Das Problem mit der Ehrlichkeit

Die ersten Januarwochen, Zeit der Selbstreflexion. Über das haben wir ja schon im letzten Eintrag gesprochen, aber es ist und bleibt eine Tatsache. In letzter Zeit hat mich – neben der immer wiederkehrenden Prüfungsvorbereitung (oder das schlechte Gewissen in diesem Zusammenhang, weil ich eben gerade nicht lerne), die Weihnachten so un-xmassy macht – vor allem ein Thema beschäftigt: Ehrlichkeit. Ich habe wunderbare Freunde, die mir den Kopf waschen und mir den Spiegel vorhalten, wenn ich gerade selbst nicht ganz durchblicke. Wer glaubt, wir Kopfmenschen hätten es einfacher, irrt nämlich. Denn wenn der Kopf dem Herz etwas einreden will, dann ist die Lösung meistens nicht wirklich brauchbarer.

Ich frage mich, ob es so etwas wie “zu viel” Ehrlichkeit gibt. Klar, die Wahrheit mag manchmal verletzend sein, aber ich war immer der Meinung, dass man so besser fährt. Lieber kurz und heftig, als langgezogen und dann rückblickend eine Zeitverschwendung. Aber kann man sich durch Ehrlichkeit auch in eine Ecke gedrängt fühlen, die rationales Handeln verunmöglicht? Sollte es nicht gerade umgekehrt sein? Mit Ehrlichkeit anderer Leute kann ich meistens ziemlich gut umgehen, aber es hapert öfters mit der Ehrlichkeit mir gegenüber. Ich versuche, die Dinge möglichst positiv zu sehen. Das will ich an sich auch nicht ändern, aber wenn es um das Zwischenmenschliche geht, war ich früher ziemlich radikal. No good vibes? Goodbye. Gut so, aber was, wenn die Vibes eben gut scheinen, das Bauchgefühl aber etwas anderes sagt? Was ist verlässlicher – der Kopf, der meint, alles sei doch in Ordnung, oder dieses verwirrende Gefühl? Im Nachhinein festzustellen, man hätte es ja eigentlich gespürt, ist schön und recht. Aber ein bisschen früher wäre diese Selbsterkenntnis nicht schlecht gewesen. Aber hey, für das gibt es ja Freunde.

Von Vorsätzen für 2017 und anderen unrealistischen Vorhaben

Die Post-Weihnachtszeit ist für viele eine Phase der Selbstreflexion. Schon bald werden die meisten von uns – ich garantiert – wieder etliche Male die 2016 durchstreichen und mit 2017 zu überschreiben versuchen, weil kein Mensch dauernd Tipp-Ex griffbereit hat beziehungsweise der Gebrauch auf einem Bildschirm nicht empfehlenswert ist. Ein neues Jahr, ein neues Ich! Typische Vorsätze, die zwar verheissungsvoll klingen, aber einem Reality Check nur selten standhalten. Sorry für den Dämpfer.

Es gibt bestimmt einige Spezialexemplare unter euch, die ihre Vorsätze effektiv umsetzen. Ich würde an dieser Stelle computergeneriertes Händeklatschen einfügen, aber ich bin nicht gerade ein Technik-Ass. Und genau hier will ich ansetzen: Bei der ehrlichen Selbsteinschätzung. Ich werde nie, aber auch wirklich nie, ein Vollprofi in diesem Bereich sein. Es gibt Dinge, die kann man durchaus ändern, aber gewisse Non-Talente sind einfach gegeben. Das ist vielleicht bisweilen frustrierend, aber erstens absolut normal und zweitens auch nicht weiter schlimm, denn dafür hat man andere Fähigkeiten. Gleiches gilt für charakterinhärente Eigenschaften, die eine Generalüberholung des Selbst verlangen würden. Klar, ich wäre liebend gerne ein geduldiger Mensch, aber ich bin es einfach nicht. Anstatt mir vorzunehmen, meine Ungeduld im Keim zu ersticken, werde ich versuchen, sie auf sozialkompetentere Weise zu äussern beziehungsweise nicht zu zeigen, wenn die Sache sowieso hoffnungslos ist.

Bald wird es im Fitnessstudio in den Gruppenstunden wieder richtig eng werden. Einige werden bewusst die Süssigkeitenregale meiden und direkt zur Kasse staksen, weil 2017 das Jahr der Gesundheit werden soll. Wohnungen werden regelmässiger geputzt und die Arbeit mit mehr Elan angegangen. Und ab Februar werden zwischendurch alte Angewohnheiten durchschimmern, während die Betroffenen sich über sich selbst aufregen. Versteht mich nicht falsch: Es ist schön, an sich selbst arbeiten zu wollen. Das sollte jeder tun, wenn auch dafür ein neues Kalenderjahr kaum nötig wäre. Ganz vorsatzslos werde ich die nächsten 365 Tage nicht in Angriff nehmen. Aber die meisten Einsichten hatte ich wegen spezifischen Momenten, wegen Gesprächen und dank ehrlichem Feedback anderer und an mich selbst. Das Ich ist ein Dauerprojekt und eine geschäftige Baustelle. Aber ab und zu darf man sich auch eine Pause gönnen.

Gewinnspiel: Produktesets von John Frieda & Guhl

Es weihnachtet, auch auf diesem Blog. Willkommen zu meinem allerersten, hochoffiziellen Gewinnspiel! Die lieben Leute von der Public Relations-Agentur Grauwiler I Testa haben mir die Produkte zur Verfügung gestellt, damit ich sie unter meinen Bloglesern verlosen darf. Ich kann mir dabei ein Judihui nicht verkneifen. Weil ich mich dadurch für die (teils schon jahrelange) Treue bedanken kann. Und weil ich seit Ewigkeiten für die Coopzeitung schreiben darf, die das alles überhaupt ermöglicht hat. Bevor ich allzu sentimental werde: Die Produkte sind übrigens alle bei Coop erhältlich.

Im Winter gehören fliegende Haare zu den Dingen, die weniger Freude bereiten. Feuchtigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg: Die beiden Sets bändigen und reparieren geschädigtes Haar.

1.) Die Wunder-Reparatur-Linie von John Frieda stellt mit dem Amino-Repair-Komplex die Widerstandskraft der Haare wieder her und nährt trockenes, sprödes Haar. Ein persönliches Lieblingsprodukt von mir ist das Frizz Ease 10 Tage Bändigung-Wunder. Zuerst war ich skeptisch, weil ich lange, glatte Haare habe, die eigentlich nicht unbedingt Volumenverlust verleiden können. Erstaunlicherweise beschwert die Kur nicht, sondern spendet einfach die versprochene, intensive Feuchtigkeit. Die Haare sind geschmeidig und glänzen. Love.

2.) Von Guhl gibt es das Feuchtigkeitsaufbau Shampoo und die dazugehörige Pflegespülung zu gewinnen. Feuchtigkeit und Kämmbarkeit sind dabei die Stichworte. Weil ich ja ehrlich mit euch bin, muss ich hier zugeben, dass ich sie selbst noch nicht getestet habe. Allerdings kenne ich die Intensiv-Sprühkur, die auch noch Hitzeschutz bietet. Sie schützt vor Frizz und ist die perfekte Ergänzung zu den ersten beiden Produkten.

Jetzt zu den Regeln: Ich werde in den nächsten Tagen die beiden Sets unter den Lesern dieses Blogs verlosen. Es gibt eine einfache Teilnahmeregel: Die Gewinner müssen die Facebook-Site dieses Blogs liken und dann noch den dazugehörigen Artikel über das Gewinnspiel. Ich werde dann die beiden Gewinner per Privatnachricht kontaktieren, damit ich das Paket so schnell wie möglich auf die Post bringen kann. Viel Glück und Spass wünsche ich euch allen!

10 Gründe, warum es gar nicht so übel ist, krank zu sein

Positive Thinking, Om und so. Winterzeit ist Grippezeit und eine gute Zeit für Apotheken und Pharmaziekonzerne. Die Leute niesen und näseln vor sich hin, aber das heisst noch lange nicht, dass wir in Selbstmitleid versinken sollten. Nein, it’s time to rise up! Okay, das wäre mir momentan definitiv zu anstrengend, lassen wir das lieber. Ich fühle mich zwar jetzt wie ein Mitglied einer Parallelgesellschaft, die von den Gesunden verstossen wurde. Aber hey, das Kränkeln hat auch gute Seiten. Ich kann nicht atmen.

1. ÖV-Kinder: Abkapseln von der Aussenwelt und dabei trotzdem von A nach B kommen? Kein Problem. Das 4er-Abteil ist jeder Person sicher, die auffällig ein Nastuch in der Hand hält und dabei noch übertrieben hustet. Ich brauche Platz für mein Selbstmitleid, bitte.

2. Hotel Mama: Eigentlich bin ich schon vor Ewigkeiten ausgezogen, aber wenn ich wirklich krank bin, krieche ich zurück. Ich brauche Zuneigung und Essen, help me.

3. Bettzeit: Kleine Nachmittagsschläfchen werden total unterbewertet, liegen aber meistens nicht drin. Aber da man sich sowieso wie ein wandelndes Bakterium fühlt, kann man sich genauso gut einnisten und das wandelnde zu einem ruhenden Bakterium machen.

4. Netflix: Netflix und chill? Netflix und Kleenex, eher. Aber geht schon, denn endlich kann man ohne schlechtes Gewissen immer wieder auf den kleinen, verlockenden Knopf drücken, der zur nächsten Episode führt. Schon das ist anstrengend genug, oder.

5. BadenEin richtig ausgiebiges Bad mit wohlriechenden Zusätzen, die die Atemwege befreien – hach, das Leben ist doch gleich deutlich schöner.

6. Bauchmuskeltraining: Wenn ich krank bin, bringen mich keine 10 Pferde ins Fitnesscenter. Aber andauerndes Husten hat den tollen Nebeneffekt, dass dabei die Bauchmuskeln trainiert werden – damit hat es sich ja sowieso erübrigt, kein Problem.

7. All Day, all Night: In der Winterzeit finde ich es manchmal etwas deprimierend, wenn ich morgens in die stockdunkle Aussenwelt trete und es abends dann wieder dunkel ist, wenn ich nach Hause komme. Wenn es mir nicht gut geht, ist mir das herzlich egal, denn ohne Licht lässt es sich besser leiden.

8. Ich habe Freunde, yay: Nichts geht über die vielen lieben Nachrichten, in denen andere einem von Herzen gute Besserung wünschen und fragen, ob sie etwas bringen bzw. tun können. Es gibt sogar einige, die es effektiv so meinen und ein Care Package vorbeibringen, wenn es ganz schlimm ist. Es ist schön, geliebt zu werden.

9. Soulfood: Nie, und auch wirklich nie, schmeckt Schokolade besser, als nach einer üblen Erkältung. Der Geschmackssinn kehrt langsam zurück, wenn die Nase nicht mehr so lästig verstopft ist. Das muss natürlich gebührend gefeiert werden.

10. Ich liebe das Leben: Zu guter Letzt muss man noch eine Portion Dankbarkeit einbringen. Endlich fühlt man sich besser, judihui. Meine normale Gesundheit lerne ich erst schätzen, wenn sie eine Weile lang gestreikt hat. I’m aliiiiiiiiiive!

 

 

Weihnachtszeit mit Glühweineffekt

Letzten Montag war Zibelemärit in Bern. Grundsätzlich ist das eher eine Zeit, die wahnsinnig zum Denken anregt. Meistens laufe ich dort von Stand zu Stand und schiebe einfach (mehr oder minder) wahllos Essen in mich hinein. Zwischen den Essstops wird man aber regelmässig von kleineren oder grösseren Menschen mit den Hämmerchen geschlagen und mit Konfetti beworfen, wobei ich eigentlich die mentale Vorbereitungszeit bis zur Fasnacht gerne ausnützen würde, um meinen inneren Frieden mit diesen farbigen Nervenkillern zu schliessen. Der dämonische Blick in Zeitlupentempo, bevor jemand ohne schlechtes Gewissen eine ganze Handvoll mitten ins Gesicht wirft – es ist der Beweis, dass das Böse im Menschen schlummert.

Wenn wir schon von Dingen sprechen, die unterdrückt werden und erst durch einen Auslöser geäussert werden: Weihnachtsmärkte und Glühwein sind unzertrennbar miteinander verbunden. In unserer WG haben wir einen nicht unbeachtlichen Stash an Glühwein und trotzdem wird man mich mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit ziemlich oft bibbernd, aber happy, irgendwo in der Schweiz an einem Glühweinstand sehen. Es ist die Kombi aus Wollmütze und warmer Tasse, guten Gesprächen und wärmenden Fackeln, die einen solchen Effekt auf mich hat. Und irgendwie gibt es dort oft auch Zufallsbegegnungen und Geständnisse, die nicht mehr zurückgenommen werden können. Glühwein wirkt bei mir wie ein Wahrheitsserum – und sagt jetzt nicht, dass liege am Alkohol. Ein Hugo oder ein normales Glas Wein entlockt mit keine Geheimnisse. Aber gib mir zwei (oder drei) Tassen Glühwein innert ein paar Stunden und ich werde dir Dinge erzählen, die selbst für mich als direkte Person erstaunlich sind. Damit einhergehend gibt es noch eine gute Portion Selbsteinsicht, die zum Glück nicht zu peinlichen Whatsapp-Nachrichten führen kann, weil meine Finger meistens trotzdem mehr oder weniger eingefroren sind. Ich frage mich, ob ich die Einzige bin, die den (von mir so genannten) Glühweineffekt spürt. Gefährlich, aber irgendwie unterhaltsam. Jedenfalls für die anderen, denke ich.