An alle Schnell-Einschläfer da draussen

Ich hasse euch. Eigentlich ist es eher Neid und sowieso ist Hass ein gar starkes Wort. Aber ganz ehrlich: Wie kann es sein, dass es Menschen wie euch gibt? Solche, die einfach die Augen schliessen können und ins Land der Träume abgleiten, mühelos? Kommt mir bitte nicht mit dem BS von wegen innerer Ausgeglichenheit und so. Dieser Text mag vielleicht kein Paradebeispiel dafür sein, sondern zeugt vielleicht von leichter Frustration und einer Portion Weltschmerz, aber eigentlich bin ich mit mir im Reinen. Nur so als Info. Aber es ist auch ungerecht. Da darf man als Mensch, der an einem echt guten Tag immer noch mindestens 30 Minuten zum Einschlafen braucht, auch ein bisschen weinerlich sein.

Ich verstehe es einfach nicht. Im Zug betrachte ich euch manchmal, ihr, die so friedlich eingenickt seid und selbst dann nicht aufwacht, wenn eine Horde Erstklässler schreiend den Gang hinunterrennen. Ich staune, wirklich. Wie geht das? Die Augenlider flattern und adieu Welt. Langstreckenflug? Super, ihr könnt Schlaf nachholen, während ich anfangen könnte, die Haare am Kopf der Person vor mir zu zählen und selbst unter diesen Umständen wach bleibe. Wie kann man überall und immer einfach abdriften? Entspannungsmusik, gut durchgelüftetes Zimmer, Lavendel, was auch immer – mein Gedankenkarussel lässt mir keine Ruhe. Deswegen lese ich oft, um einschlafen zu können. Leider lese ich gerne und will meistens gar nicht müde werden, weil das nächste Kapitel wartet. Deswegen versuche ich, möglichst Unspannendes auf meinem Nachttisch zu platzieren. Aber nach einem Reality Check realisiere ich: Auch das bringt nicht wirklich etwas. Meine Hirnzellen sind vielleicht etwas belämmert, aber ganz sicher nicht ruhend. Ich versuche, mein Schicksal zu akzeptieren. Aber dann sehe ich wieder euch und frage mich, wie es möglich ist, so verschieden zu sein. Es muss doch ein Geheimnis dahinter geben. Und sagt jetzt bitte nicht, ich solle Schäfchen zählen. Es ist mein kompletter Ernst. Es gibt Menschen da draussen, die brauchen euren Rat und Hilfe. SOS.

 

Empties: Produkte, die ich im Januar (fast) aufgebraucht habe

Ich gebe zu: Es dauert meistens ziemlich (sehr) lange, bis ich ein Produkt aufgebraucht habe. Als glückliches Versuchskaninchen für die verschiedensten Produkte und Preisklassen bekomme ich regelmässig neue Dinge zum Testen über. Deswegen will es etwas heissen, wenn ich etwas effektiv auch aufbrauche – das ist dann so etwas wie die Crème de la Crème; der Sieger, der die anderen aus der gleichen Kategorie ausgestochen hat. Deswegen dachte ich mir, dass ich euch die neusten Empties zeige, die danach ins Recycling wandern. Alles im Coop Universum erhältlich, natürlich. Und ich werde sie erst wieder nachkaufen, wenn die Sammlung reduziert wurde. Damn.

1. The Body Shop “Hemp Foot Protector”

Ich bin kein Fan von Füssen. Trotzdem musste ich mit der Zeit einsehen, dass ich sie trotzdem pflegen muss, weil sie mich immerhin von A nach B transportieren. Im Winter sind die Fusssohlen besonders trocken. Um schmerzhaften Rissen und Hornhaut vorzubeugen, ist deshalb vor dem Schlafengehen eine schnelle Fusspflegeroutine Pflicht. Der Hemp Foot Protector riecht übrigens nicht nach kiffenden Jugendlichen, sondern wirkt gegen ultratrockene Füsse. Die Crème ist eher dick, aber lässt sich einfach verteilen und zieht schnell ein. Fluffige Socken drüber, et voilà: Am nächsten Morgen fühlen sich die Füsse bereits weicher an.

2. Paul Mitchell “Awapuhi Moisture Mist” 

Ich liebe diesen Feuchtigkeitsspray. Nur bei der Vermarktung als “handtaschen-freundlich” bin ich nicht ganz gleicher Meinung – bitzeli z gross, sorry. Aber als fester Bestandteil meiner Post-Duschzeit ist er in meinem Bad sehr willkommen. Er löscht den Durst von Haut und Haar und verleiht ein wunderbares, frisches Gefühl. Nach dem Duschen verteile ich es grosszügig in den Längen meiner Haare und sprühe dann noch ein bisschen ins Gesicht. Und weil es so leicht ist, beschwert es weder die Mähne noch bleibt ein Film auf der Haut zurück.

3. Lancôme “Mousse Éclat Express Clarifying Self-Foaming Cleanser”

Lancôme klingt nach superteuer, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt hier: 34.90 für 200 ml, bei täglicher Anwendung morgens und abends reicht’s für rund 4 Monate. Und ich werde immer immer immer dieses Produkt nachkaufen. Noch nie hat sich meine Haut nach der Reinigung so weich und sauber angefühlt. Die Schaumtextur ist angenehm und fuss-free. Ausserdem ist es für alle Hauttypen geeignet. Bester. Reinigungsschaum. ever. 

4. Schwarzkipf Gliss Kur “Tägliches Öl-Elixier”

Während meine Freundinnen das Nashi-Arganöl in den Himmel loben, habe ich meines nach 3 Wochen Spaghettihaaren verschenkt. Nein, ich habe nicht zu viel davon gebraucht – aber es hat meinen Haaren jegliches Volumen genommen. Deswegen suchte ich nach einer Alternative, die gerne auch günstiger sein durfte. Dadurch bin ich auch das tägliche Öl-Elixier von Gliss Kur gestossen. Perfekt für geschädigtes und trockenes Haar, ausserdem auf verschiedene Weisen einsetzbar: Entweder vor dem Waschen für einen Extrakick Pflege, nach dem Waschen auf dem feuchten Haar für mehr Geschmeidigkeit oder als “Beauty-Finish” (ihre Wortwahl) auf dem trockenen Haar für mehr Glanz. Persönlich brauche ich es in erster Linie nach dem Waschen und verteile ein bisschen davon in den Längen. Im Winter eignet es sich ebenfalls als Bändiger für fliegende Haare.

 

 

7 Dinge, die ich immer wieder aufschiebe

Aufschieberitis. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das eine anerkannte Erkrankung ist, aber jedenfalls kann ich aus eigener Erfahrung darauf schliessen, dass dieses Phänomen durchaus verbreitet ist. Es gibt Dinge im Leben, die sind einfach unangenehm. Und wenn man denen aus dem Weg gehen kann, plus es irgendwie mit dem Gewissen vereinbaren bzw. schönreden, dann ist die Verlockung gross, genau das auch zu tun. Es können grössere Lebensfragen sein oder auch kleine, banale Sachen. Hier meine Liste von 7 Dingen, die ich entweder immer wieder aufschiebe oder seit Jahren umgehe. Bravo, das ist Mal eine Leistung. Aber Einsicht soll ja der erste Schritt in Richtung Besserung sein. Aber kann man den nicht auch einfach ein bisschen hinauszögern?

1. Frisur-Wechsel: Ich habe seit gefühlten Ewigkeiten Fransen. Ich liebe meine Fransen. Ausser, wenn es Sommer ist oder ich heiss habe, z.B. beim Sport. Dann hasse ich sie inbrünstig und nehme mir vor, 3-4 Monate lang doof auszusehen, bis sie dann auf Kinnhöhe sind. Bis jetzt habe ich es seit einem Monat geschafft. Und jeden Tag sehe ich in den Spiegel und frage mich, ob ich sie nicht einfach wieder schneiden soll. Denn diese Übergangsphase ist echt nicht cool.

2. Abstauben: Hygiene ist wichtig. Regelmässig das WC putzen? Natürlich. Küche blitzblank? Immer. Aber solange ich nicht abstauben muss (wenn in den Ecken kleine Staubparties abgehalten werden), dann tue ich es auch nicht. Immerhin staubsauge ich regelmässig, so schlimm kann es nicht sein. So etwas Unangenehmes.

3. Kleiderschrank der Saison anpassen: Männer haben es da meist einfacher, weil alles, was sie besitzen, sowieso ganzjährlich im Schrank Platz hat. Das ist bei mir leider nicht der Fall. Aber Vom Winter auf den Sommer umdisponieren, alles schön zusammenfalten und fein säuberlich in Kisten verpacken…Meistens tue ich das dann erst im Hochsommer, der ja bekanntlich bei uns nicht sonderlich lange dauert. Und einige Monate später sollte ich bereits wieder umdisponieren. Sind Shorts und ein Crop Top nicht irgendwie auch wintertauglich?

4. Arztbesuche: Ich will nicht verallgemeinern. Es gibt das andere Extrem, wo die Person bei jedem kleinsten Leiden zum Arzt rennt. Aber solange ich nicht sehr leide, wird man mich niemals in einer Arztpraxis zu Gesicht bekommen. Die Wartezimmer sind auch irgendwie unheimlich.

5. Lange Sprachnachrichten beantworten: I love my friends. Ich habe auch viele Freunde, die im Ausland wohnen. Deswegen sind wir nicht immer up to date, wollen aber trotzdem jedes kleinste Detail mit dem anderen teilen. Eigentlich liebe ich das. Und ironischerweise kann ich stundenlang telefonieren. Aber wenn es darum geht, eine Sprachnachricht von 23 Minuten herunterzuladen und zu beantworten – eine ganz andere Geschichte.

6. Abfallsäcke: Wenn ich es ganz genau analysiere, sind die offiziellen und gemeinhin akzeptierten Abfallsäcke gar nicht soooo teuer. Trotzdem reut es mich dann immer, für meinen Abfall Geld auszugeben. Deswegen springe ich lieber mit Gummistiefeln auf dem Sack herum, um noch einen Liter mehr hineindrücken zu können, als zum Kiosk zu gehen und einfach eine neue Rolle zu kaufen. Ich verarme, habt Erbarmen.

7. Awkward: Manchmal muss man Fragen beantworten, die einem irgendwie peinlich oder unangenehm sind. Oder man muss jemandem sagen, dass das Interesse einseitig oder die Begeisterung begrenzt ist. Manchmal bin ich unabsichtlich ein emotionales Trampeltier. Deswegen versuche ich, möglichst lange solchen Situationen aus dem Weg zu gehen. Einfach die Nachricht nicht öffnen und so tun, als hätte ich sie gar nicht erhalten. Sehr erwachsene Reaktion, momol.

Das Problem mit der Ehrlichkeit

Die ersten Januarwochen, Zeit der Selbstreflexion. Über das haben wir ja schon im letzten Eintrag gesprochen, aber es ist und bleibt eine Tatsache. In letzter Zeit hat mich – neben der immer wiederkehrenden Prüfungsvorbereitung (oder das schlechte Gewissen in diesem Zusammenhang, weil ich eben gerade nicht lerne), die Weihnachten so un-xmassy macht – vor allem ein Thema beschäftigt: Ehrlichkeit. Ich habe wunderbare Freunde, die mir den Kopf waschen und mir den Spiegel vorhalten, wenn ich gerade selbst nicht ganz durchblicke. Wer glaubt, wir Kopfmenschen hätten es einfacher, irrt nämlich. Denn wenn der Kopf dem Herz etwas einreden will, dann ist die Lösung meistens nicht wirklich brauchbarer.

Ich frage mich, ob es so etwas wie “zu viel” Ehrlichkeit gibt. Klar, die Wahrheit mag manchmal verletzend sein, aber ich war immer der Meinung, dass man so besser fährt. Lieber kurz und heftig, als langgezogen und dann rückblickend eine Zeitverschwendung. Aber kann man sich durch Ehrlichkeit auch in eine Ecke gedrängt fühlen, die rationales Handeln verunmöglicht? Sollte es nicht gerade umgekehrt sein? Mit Ehrlichkeit anderer Leute kann ich meistens ziemlich gut umgehen, aber es hapert öfters mit der Ehrlichkeit mir gegenüber. Ich versuche, die Dinge möglichst positiv zu sehen. Das will ich an sich auch nicht ändern, aber wenn es um das Zwischenmenschliche geht, war ich früher ziemlich radikal. No good vibes? Goodbye. Gut so, aber was, wenn die Vibes eben gut scheinen, das Bauchgefühl aber etwas anderes sagt? Was ist verlässlicher – der Kopf, der meint, alles sei doch in Ordnung, oder dieses verwirrende Gefühl? Im Nachhinein festzustellen, man hätte es ja eigentlich gespürt, ist schön und recht. Aber ein bisschen früher wäre diese Selbsterkenntnis nicht schlecht gewesen. Aber hey, für das gibt es ja Freunde.

Von Vorsätzen für 2017 und anderen unrealistischen Vorhaben

Die Post-Weihnachtszeit ist für viele eine Phase der Selbstreflexion. Schon bald werden die meisten von uns – ich garantiert – wieder etliche Male die 2016 durchstreichen und mit 2017 zu überschreiben versuchen, weil kein Mensch dauernd Tipp-Ex griffbereit hat beziehungsweise der Gebrauch auf einem Bildschirm nicht empfehlenswert ist. Ein neues Jahr, ein neues Ich! Typische Vorsätze, die zwar verheissungsvoll klingen, aber einem Reality Check nur selten standhalten. Sorry für den Dämpfer.

Es gibt bestimmt einige Spezialexemplare unter euch, die ihre Vorsätze effektiv umsetzen. Ich würde an dieser Stelle computergeneriertes Händeklatschen einfügen, aber ich bin nicht gerade ein Technik-Ass. Und genau hier will ich ansetzen: Bei der ehrlichen Selbsteinschätzung. Ich werde nie, aber auch wirklich nie, ein Vollprofi in diesem Bereich sein. Es gibt Dinge, die kann man durchaus ändern, aber gewisse Non-Talente sind einfach gegeben. Das ist vielleicht bisweilen frustrierend, aber erstens absolut normal und zweitens auch nicht weiter schlimm, denn dafür hat man andere Fähigkeiten. Gleiches gilt für charakterinhärente Eigenschaften, die eine Generalüberholung des Selbst verlangen würden. Klar, ich wäre liebend gerne ein geduldiger Mensch, aber ich bin es einfach nicht. Anstatt mir vorzunehmen, meine Ungeduld im Keim zu ersticken, werde ich versuchen, sie auf sozialkompetentere Weise zu äussern beziehungsweise nicht zu zeigen, wenn die Sache sowieso hoffnungslos ist.

Bald wird es im Fitnessstudio in den Gruppenstunden wieder richtig eng werden. Einige werden bewusst die Süssigkeitenregale meiden und direkt zur Kasse staksen, weil 2017 das Jahr der Gesundheit werden soll. Wohnungen werden regelmässiger geputzt und die Arbeit mit mehr Elan angegangen. Und ab Februar werden zwischendurch alte Angewohnheiten durchschimmern, während die Betroffenen sich über sich selbst aufregen. Versteht mich nicht falsch: Es ist schön, an sich selbst arbeiten zu wollen. Das sollte jeder tun, wenn auch dafür ein neues Kalenderjahr kaum nötig wäre. Ganz vorsatzslos werde ich die nächsten 365 Tage nicht in Angriff nehmen. Aber die meisten Einsichten hatte ich wegen spezifischen Momenten, wegen Gesprächen und dank ehrlichem Feedback anderer und an mich selbst. Das Ich ist ein Dauerprojekt und eine geschäftige Baustelle. Aber ab und zu darf man sich auch eine Pause gönnen.